URLAUB à la RÜGEN August - September 2021

52 | Halbinsel Wittow Anzeigenspezial Di - So 11 - 18 Uhr Montag Ruhetag +++ NEUER ONLINE SHOP +++ Jeden Samstag Rügenprodukte-Tag (11 - 17 Uhr) inkl. Verkostung von Produkten aus Naturgarten und Rügener Wildfruchtpark (11 - 13 Uhr) P anzenverkauf: Kräuter & Sanddorn Archäo Tour Rügen, Dr. Katrin Staude, bietet auf Rügen zu diversen Monumenten, wie slawischen Burgen, Hünen- und Hügelgräbern, aber auch zu den Sagen- und Opfer- steinen professionelle und inter- aktive Wanderungen zu Fuß oder mit dem Rad an. Im Nationalpark Jasmund, im Biosphärenreservat Südost-Rügen, in den Moorbergen im Forst Prora bei Binz aber auch am Kap Arkona können Sie Geschichte zum Anfassen und „Begreifen“ mit Artefakten und Repliken, die selbst in die Hand genommen werden können, hautnah erleben. Die historischen Exkursionen für Groß und Klein sind zudem sehr vielseitig, sowohl in archäologischer Hinsicht als auch darüber hinaus: Neben der Archäologie und Geschichte spielen auch geologische oder botanische Besonderheiten, wie die Entstehung der Kreide oder des Feuersteins, eine wichtige Rolle. Neben Mythen, Sagen und Legenden erfahren Sie mehr über wissenschaftliche Daten und Fakten auf Grundlage aktueller Forschungen. Auf Anfrage bietet Archäo Tour Rügen auch davon abweichende Extratouren, den Verkauf von Gut- scheinen, aber auch Schulklassen- programme und Kindergeburtstage zu Haus mit Feuer machen oder der Herstellung eines Steinzeitmessers an. Ganz neu im Programm von Archäo Tour Rügen sind Workshops zum Pfeilbau ganz authentisch mit Hanf, Bast, Haut- oder Knochenleim, Federn und einer selbst geschlage- nen Feuersteinpfeilspitze für Groß und Klein zum „Steinzeit erleben“. Relikte der letzten Jäger und Sammler: Das Mysterium der „Lietzow-Kultur“ Skalpierungen auf Rügen? In Dänemark und Norddeutschland und somit auch auf Rügen ist am Ende der Mittelsteinzeit von ca. 5100 - 4100 v. Chr., im sog. Endmesolithikum, die Ertebølle-Kultur verbreitet. Benannt wurde diese Kultur der letzten Jäger und Sammler (vor der bäuerlichen Kultur der Jungstein- zeit einzuordnen) nach dem Fundort in Ertebølle am Ost- ufer des Limfjordes in Jütland. In Ertebølle wurde ein ca. 140 m langer, 30 bis 40 m breiter und bis zu 1,5 m hoher Muschelhaufen, der zwischen 1893 und 1897 und von 1979 bis 1984 untersucht wurde, entdeckt. Auch an anderen endmesolithischen Fundplätzen konnten Mu- schelhaufen, teils mit menschlichen Skeletten und di- versen Artefakten versehen, aufgedeckt werden. Diese Køkkenmødding, die Fachterminologie für die Muschel- haufen, sind prähistorische Abfallhaufen aus Nahrungs- resten wie Muschelschalen und Schneckengehäusen, die oft als Ergebnis der Gezeitenfischerei an Meeres- oder Flussufern entstanden sind. In Norddeutschland wird die Ertebølle-Kultur aufgrund der fehlenden Køkkenmødding nach einem weiteren Fundort in Kiel auch Ertebølle- Ellerbek-Kultur genannt. Typische Artefakte der Ertebølle- Kultur sind beispielsweise Tonlampen, erste Keramik in Form von meist unverzierten, spitzbodigen (nicht von alleinstehenden) Gefäßen, Bögen, Fischereigeräte, Quer- schneider (Pfeilspitzen), Boote und Paddel, T-Äxte aus Geweih, Kern- und Scheibenbeile, Speere, Bohrer, Aal- stecher u.v.m. Auch an einem Fundplatz in der Gemark- ung Baabe auf Rügen wurden Einbaumfragmente aus Lindenholz, Aalstecher, Eschen-Speere, angespitzte und gekerbte Rundhölzer und mehrere Fragmente von Reusengeflechten ausgegraben. Doch was hat nun die Ertebølle-Kultur mit der Rügener Lietzow-Kultur zu tun? Im Prinzip ist das Fundmaterial der Lietzow-Kultur fast das Gleiche, wenn auch mit einem größeren Gerätespektrum ausgestattet. Doch auf Rügen wurde bisher keine typische ertebøllezeitliche spitzbodige Keramik gefunden bzw. vielleicht auch noch nicht gefunden. Das ist der eigentliche Grund, warum schon Rudolf Baier, Friedrich von Hagenow u.a. an- nahmen, dass es sich um eine eigenständige Kultur bzw. um eine Art Untergruppe der Ertebølle-Kultur handeln müsste. Die Definition zur Lietzow-Kultur nahm dann 1928 Wilhelm Petzsch vor. Der Begriff Lietzow-Kultur stammt von den bekannten mittelsteinzeitlichen Fundplätzen nahe Lietzow ab. Die ältesten Funde dieser Rügener Kultur wurden an den Fundplätzen in Stralsund und Drigge entdeckt. Beim Bau des Rügendamms tauchte nahe Drigge 1933 in einer Torfschicht ca. fünf Meter unterhalb des heutigen See- bodens neben Tierknochen, Geweihen und drei T-Äxten © Archäo Tour Rügen

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